Ausschreitungen gegen Roma in der Türkei

Nach Ausschreitungen gegen Angehörige der Roma-Minderheit in der westtürkischen Provinz Manisa haben Behörden 74 Menschen in einen anderen Bezirk umgesiedelt.

Hunderte wütender Einwohner des Ortes Selendi hätten nach einem Streit in einem Teehaus Autos, Unterkünfte und Geschäfte von Angehörigen der Minderheit in Brand gesteckt, berichteten türkische Zeitungen heute.

Polizei griff nicht ein
Die Polizei sei nicht eingeschritten und habe erklärt, sie könne die Sicherheit der Roma nicht mehr garantieren.

Der Streit soll begonnen haben, nachdem einem Rom in einem Gasthaus Tee verweigert und er verprügelt worden war. Nach anderen Angaben wollte der Mann eine Zigarette in dem Teehaus rauchen, obwohl das verboten ist. Roma hätten nach dem Streit Steine auf das Teehaus geworfen, hieß es in den Berichten. In der Ortschaft Selendi habe es bereits vorher Spannungen zwischen Roma und anderen Einwohnern gegeben.