Israel pessimistisch im Friedensprozess

Israel sieht nach den Worten des stellvertretenden Außenministers Danny Ayalon in den kommenden Wochen keine Fortschritte im Nahost-Friedensprozess. Er rechne erst im Februar mit Bewegung, sagte Ayalon gestern vor ausländischen Diplomaten und Journalisten in Jerusalem.

Darüber hinaus lehnte der Vize-Außenminister alle Friedenspläne ab, die einen Zeitrahmen für die Gründung eines Palästinenserstaates beinhalten. Zeitvorgaben seien kontraproduktiv. Niemand könne den Konflikt in sechs Monaten oder mit der Stoppuhr lösen.

Warnung vor dem iran
Der Atomkonflikt mit dem Iran ist aus Sicht Ayalons ohne eine einheitliche Front der internationalen Gemeinschaft nicht lösbar. Der Iran überreize sein Blatt, sagte der Vize-Außenminister.

Ziel der psychologischen Kriegsführung Teherans sei es, die Welt einzuschüchtern und einen Keil zwischen die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates und die Staatengemeinschaft zu treiben. "Ich nehme den amerikanischen Präsidenten und die Außenministerin beim Wort, dass alle Optionen auf dem Tisch sind", sagte Ayalon. Mit allen Optionen meinen Diplomaten auch die Möglichkeit eines Militärschlags.

Neues Raketenabwehrsystem getestet
Mit einem neuen Abwehrsystem will Israel indes seine Bevölkerung vor Raketenangriffen aus dem Gazastreifen und dem Libanon schützen. Das hochmoderne Raketenabwehrsystem sei erfolgreich getestet worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Mit dem System seien mehrere Geschosse gleichzeitig abgefangen worden, hieß es in einer Mitteilung. Die ersten Abwehrbatterien sollen nach einem Bericht des israelischen Fernsehsenders Kanal 10 im Mai aufgestellt werden.

Das Abwehrsystem ist dazu geeignet, Kurzstreckenraketen abzufangen, wie sie von militanten Kämpfern im Gazastreifen oder im Libanon verwendet werden.