Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, hat ein Anheben der Zinsen, um die Bildung einer neuen Spekulationsblase zu verhindern, nicht ausgeschlossen. Bernanke wies aber zugleich Vorwürfe zurück, die historisch niedrigen Leitzinsen nach der Internet-Blase zu Beginn des Jahrtausends seien hauptverantwortlich für die Immobilienblase und die nachfolgende Finanzkrise. Vielmehr sei eine klare Regulierung der beste Weg, um übertriebene Finanzspekulationen zu verhindern.
Langsame Erholung
"Exotische Hypotheken" und ein zu starkes Vertrauen in die Immobilienpreise hätten die schlimmste Rezession seit den 30er Jahren ausgelöst und nicht niedrige Leitzinsen, sagte Bernanke auf einer Wirtschaftskonferenz in Atlanta. Die Wirtschaft erhole sich nun langsam von der Rezession.
Ausführlichste Aussage bisher
Bernankes Aussagen waren die ausführlichsten zu dem Thema, seit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts und der dadurch ausgelösten schwersten Wirtschaftskrise seit 1945.
Eine Reihe von Senatoren hatte Bernanke jüngst wegen der Krisenpolitik der Fed attackiert. Sie argumentieren, dass die US-Notenbank die Leitzinsen viel zu lange zu niedrig gehalten habe. Viele Politiker geben der Fed ein Gutteil der Schuld an der Wirtschaftskrise.