Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist heute in Kairo mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammengetroffen. Im Vordergrund sei der derzeit stagnierende Friedensprozess in Nahost gestanden, meldete das staatliche ägyptische Fernsehen.
Nach Angaben des Amts von Netanjahu wurden auch die Bemühungen um einen Häftlingsaustausch zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen erörtert.
Für die Freilassung des vor dreieinhalb Jahren in den Gazastreifen entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit fordert die Hamas die Entlassung von etwa 1.000 palästinensischen Gefangenen. Ägypten und Deutschland spielen bei den schwierigen indirekten Verhandlungen eine Vermittlerrolle.
"Freundschaftliche" Begegnung
Israelische Delegationskreise beschrieben die mehrstündige Begegnung in Kairo als "freundschaftlich" und "in die Tiefe gehend". Netanjahus Besuch wurde allerdings von der jüngsten israelischen Entscheidung überschattet, im besetzten Ostjerusalem knapp 700 neue Wohnungen für israelische Siedler zu bauen. Die USA und die EU hatten den geplanten Bau neuer Wohneinheiten in Ostjerusalem umgehend verurteilt.
Saudi-Arabien will in Washington intervenieren
Der saudische König Abdullah kündigte am selben Tag an, sich bei seinen amerikanischen Verbündeten verstärkt für einen israelischen Siedlungsstopp einsetzen zu wollen. Er werde in diesem Sinne Druck "auf einflussreiche Metropolen, insbesondere Washington", ausüben, erklärte der Monarch bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Riad.
Israel hält sich derzeit an ein selbst gesetztes Baumoratorium, das es allerdings nur auf das Westjordanland, nicht aber auf das besetzte Ostjerusalem bezieht.