Mit einem Zwischenfall hat die Weihnachtsmesse für Papst Benedikt XVI. am gestrigen Heiligen Abend in Rom begonnen: Als der Papst in den Petersdom einzog, versuchte eine Frau, die Absperrungen zu überwinden, um sich auf das katholische Kirchenoberhaupt zu stürzen, berichteten Augenzeugen. Zunächst hatte es geheißen, es habe sich um einen Mann gehandelt.
Im Getümmel habe Benedikt das Gleichgewicht verloren und sei kurz hingefallen, bestätigte auch der Vatikan. Der Papst wurde wieder aufgerichtet und ging offensichtlich unverletzt zum Altar, als sei nichts geschehen. Er begann die Christmette.
Auch Kardinal gestürzt
Im Gefolge der Unruhe stürzte auch der französische Kardinal Roger Etchegaray, der daraufhin zu einer Unfallstation gebracht wurde. Die Frau wurde festgenommen, berichteten italienische Medien. Sie soll seelisch gestört sein, hieß es. Warum sie sich dem Papst nähern wollte, war zunächst unklar.
Papst prangert Egoismus an
In seiner Predigt warnte Benedikt XVI. vor dem Egoismus des Einzelnen und der Gruppen. "Der Streit in der Welt, die Unversöhnlichkeit miteinander" rührten daher, dass die Menschen in ihren eigenen Interessen, Wünschen und Meinungen gefangen seien, sagte er vor tausenden Gläubigen im dichtbesetzten Petersdom. Tausende weitere verfolgten die Messe auf Videoleinwänden auf dem Petersplatz.
Tausende von Gläubigen begrüßten zwei Stunden vor Mitternacht das Oberhaupt der Katholiken für die traditionelle Christmette im Petersdom. Die Messe war in diesem Jahr früher als sonst angesetzt, um dem 82-jährigen Papst etwas mehr Ruhe und Schlaf vor der Weihnachtsbotschaft und dem Segen "Urbi et Orbi" am folgenden Mittag zu geben.