Mitten in den Abrüstungsverhandlungen mit den USA zum START-2-Abkommen hat Russland gestern erneut eine Interkontinentalrakete vom Typ Wojewoda (NATO-Name: Satan) getestet.
Das 34 Meter lange und mit atomaren Mehrfachsprengköpfen bestückbare Geschoß mit einer Reichweite von 11.000 Kilometern schlug auf einem Übungsziel auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka ein. Gestartet wurde die Rakete im Gebiet Orenburg an der kasachischen Grenze, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax mitteilte.
USA über Test informiert
Russische Militärdiplomaten betonten, dass die USA im Voraus über den Test informiert worden seien. Damit halte sich Moskau auch nach Auslaufen des START-Vertrags über die Verringerung strategischer Offensivwaffen an Vereinbarungen, wonach beide Seiten einander über Tests unterrichten.
Russlands Präsident Dimitri Medwedew sagte bei einem Interview im russischen Staatsfernsehen, dass ein Nachfolgeabkommen mit den USA für den am 5. Dezember ausgelaufenen Vertrag kurz vor dem Abschluss stehe. Der Kreml-Chef betonte außerdem, dass Russland ungeachtet eines neuen Abrüstungsvertrags seine Atomstreitkräfte weiter entwickeln werde. Trotz der geplanten Reduzierung atomarer Sprengköpfe werde das Land nichts von seiner Verteidigungskraft einbüßen.