Al-Assad zu Faymann: EU soll geeint in Nahost auftreten

Der syrische Präsident Baschar al-Assad wünscht sich eine einheitlichen Position der EU im Nahost-Friedensprozess. "Der interne europäische Dialog ist sehr wichtig", sagte al-Assad gestern nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in Damaskus. Dann könne die EU in Zukunft durchaus eine wichtige Rolle im Nahen Osten spielen.

"Wir sehen sie nicht wie einen Beobachter im Stadion, der zuschaut und klatscht. Wir wollen, dass die EU stärker in das Spiel involviert wird." Faymann betonte, dass die EU immer für Lösungen auf Basis von Verhandlungen eintrete.

Al-Assad erinnert an Kreisky
Österreich könne neben seinem 35-jährigen Engagement im Rahmen der UNO-Friedensmission UNDOF auf dem Golan auch politisch eine wichtige Rolle im syrisch-israelischen Friedensprozess spielen, meinte al-Assad, der zudem auf die Tradition des diesbezüglichen österreichischen Engagements seit den Zeiten von Bundeskanzler Bruno Kreisky verwies. Faymann erklärte, die EU wolle den Verhandlungsprozess stärken, weil sie Gewalt niemals als Mittel der politischen Auseinandersetzung akzeptiere.

"Beitrag leisten, wo wir können"
"Wo wir aktiv einen Beitrag leisten können, werden wir das tun", so der Kanzler. Er könne sich durchaus eine Vermittlerrolle der EU vorstellen, indem die Union in allen Ländern der Region ihre Grundwerte vertrete. Allerdings wisse gerade Syrien mit Präsident al-Assad, welche Chancen es für Lösungen gebe.

Al-Assad nahm es als positiven Aspekt, dass in jüngster Zeit auch international erkannt worden sei, dass ein Friedensprozess nur mit Syrien möglich sei. Politisch isoliert sei das Land aber auch in der Vergangenheit nicht gewesen.