Die EU erwartet für den Endspurt beim Kopenhagener Klimagipfel "schwere Konflikte". Als Sprecher der 27 Länder sagte Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren heute im Rundfunk, das gelte nicht zuletzt für die Verpflichtung entscheidender Länder wie China, ihre Treibhausgase zu reduzieren. Andererseits gebe es bereits "sehr gute Verhandlungsfortschritte" bei Fragen wie dem Schutz von Wäldern.
Am Vortag hatte der Schwede, dessen Land die EU-Ratspräsidentschaft innehat, an ersten Konsultationen von 48 Umweltministern teilgenommen. Nach der ersten Gipfelwoche auf Beamtenebene sollen bis Freitag die politischen Weichen für ein globales Klimaschutzabkommen gestellt werden. Am Donnerstag und Freitag werden zum Konferenzabschluss Staats- und Regierungschefs aus 115 Ländern in Kopenhagen erwartet.
Kritik an mangelnder EU-Hilfe
Die Entwicklungsländer kritisierten den von der EU in Aussicht gestellten Beitrag zum Klimaschutz als ungenügend. Der Sprecher der in der Gruppe G-77 zusammengeschlossenen Entwicklungs- und Schwellenländer, der Sudanese Lumumba Di-Aping, sagte der "Frankfurter Rundschau" (Montag-Ausgabe), die von der EU zugesagte Soforthilfe von 2,4 Milliarden Euro pro Jahr sei viel zu wenig.
Für einen ökologischen Umbau in den Entwicklungsländern seien jährlich zwischen 300 und 500 Milliarden Euro erforderlich. Aber die EU werfe nur "Brotbrösel" hin.