Afghanistan-Einsatz: Guttenberg räumt erneut Fehler ein

Deutschlands Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat erneut Fehler bei der Bewertung des verheerenden Luftschlags Anfang September in Kunduz in Afghanistan eingeräumt. "Ich habe eine Fehleinschätzung vorgenommen am 6. November und dies auch öffentlich eingestanden", sagte der CSU-Politiker gestern Abend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Guttenberg hatte damals den Angriff mit bis zu 142 Toten und Verletzten als "militärisch angemessen" bezeichnet, nach Lektüre weiterer, ihm zunächst vorenthaltener Berichte aber dann als "militärisch unangemessen" eingestuft.

Einschätzung als "Fehlurteil"
Die erste Einschätzung sei ein Fehlurteil gewesen, betonte Guttenberg. Er habe das aber klar eingeräumt. "Dafür lasse ich mich gerne prügeln." Eine klare Begründung, warum er seine Kehrtwende vollzogen hatte, blieb er aber erneut schuldig.

Guttenberg war zuletzt angesichts immer neuer Details zu dem Luftschlag unter Druck geraten. So soll die Bundeswehr-Eliteeinheit KSK laut "Bild"-Zeitung an der Vorbereitung des Angriffs beteiligt gewesen sein. Zudem war bekanntgeworden, dass Guttenberg vor seiner ersten Bewertung auch einen Bericht des Internationalen Roten Kreuzes kannte, in dem laut dem Magazin "Stern" von 74 Toten die Rede war und die Attacke als völkerrechtswidrig eingestuft worden sein soll.

Deshalb war kritisiert worden, dass Guttenberg dennoch zunächst von einem militärisch angemessenen Angriff gesprochen hatte.