Mit einem nationalen Trauertag hat Russland heute der 112 Todesopfer der Bandkatastrophe in einem Nachtclub gedacht. Landesweit wehten die Flaggen auf Halbmast, zahlreiche Fernsehsendungen wurden gestrichen, im ganzen Land fanden Trauergottesdienste statt. Vor den verkohlten Ruinen des in der Nacht zum Samstag ausgebrannten Nachtclubs in Perm legten Angehörige und Anwohner Blumen nieder und zündeten Kerzen an.
In dem Nachtclub "Lahmes Pferd" war bei einer Jubiläumsfeier in der Nacht auf Samstag ein verheerendes Feuer ausgebrochen, nachdem Feuerwerk die Dekoration in Brand gesetzt hatte. 112 Menschen wurden zu Tode getrampelt oder starben an Rauchvergiftungen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 109 Menschen verletzt, 31 davon schwebten noch in Lebensgefahr. Vier Menschen wurden wegen der Brandkatastrophe wegen Verstoßes gegen Brandschutzvorschriften angeklagt, ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft.
Russische Presse kritisiert Behörden
Die russische Presse machte unterdessen auch die Behörden für das Unglück verantwortlich. Es stelle sich die Frage, warum die Einhaltung der Brandschutzvorschriften nicht bereits vor der Katastrophe kontrolliert worden sei, schrieb die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" (Montag-Ausgabe).
Bisher habe kein Behördenvertreter eine Erklärung dazu abgegeben, warum der Nachtclub trotz zahlreicher "skandalöser" Sicherheitsmängel nicht geschlossen worden sei, kritisierte die "Wremja Nowostei". Die Tragödie von Perm sei nicht der erste derartige Zwischenfall mit Feuerwerksshows in einem russischen Nachtclub.
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