Schweinegrippe: Stöger stellt Pandemiewarnung infrage

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hat die Pandemiewarnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Schweinegrippe infrage gestellt. Er habe beim Treffen der EU-Gesundheitsminister gestern in Brüssel die Anfrage eingebracht, ob die Regel der WHO richtig gewesen sei, bei derartig leichten Verläufen der Krankheit eine Pandemie auszurufen, sagte Stöger im Gespräch mit der APA.

Das Regime der WHO sollte überprüft werden, sagte der Gesundheitsminister. Auch andere Länder würden das kritisch sehen. "Der Diskussionsprozess läuft", so der Minister. "Es muss einen Zusammenhang geben zwischen der Schwere der Krankheit und den Maßnahmen, die man setzt."

"Gefahr nicht höher als bei normaler Grippe"
Die neue Grippe habe sich zwar rasch über Ansteckung ausgebreitet. "Die Gefahr, die mit dieser Krankheit verbunden ist, ist aber nicht höher als eine normale saisonale Grippe." Hier wären in Zukunft differenzierte Umgangsformen erforderlich. Im Gegensatz zu anderen EU-Ländern hätten der Zugang zu Impfstoffen und die Vorsorgemaßnahmen in Österreich gut funktioniert.

Auch Nikotin und Alkohol Thema
Stöger verteidigte außerdem die vom EU-Ministerrat beschlossenen Empfehlungen zum Nichtraucherschutz. Hierbei handle es sich lediglich um den Inhalt einer WHO-Konvention, die bereits vom österreichischen Parlament angenommen wurde. Die EU-Empfehlungen enthielten "für Österreich nichts Neues" und seien ein "reiner Formalakt".

Die EU-Gesundheitsminister verabschiedeten außerdem eine Erklärung zum Kampf gegen den Alkoholmissbrauch. Die EU-Kommission wird darin unter anderem aufgefordert, weitere Schritte zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor von Alkohol verursachten Schäden und vor Komatrinken zu prüfen.