Der Vertrag von Lissabon tritt heute in Kraft. Damit geht ein neunjähriger Streit über interne Reformen der auf 27 Staaten angewachsenen Europäischen Union zu Ende. Die mit dem Reformwerk geschaffene neue EU-"Außenministerin", die Britin Catherine Ashton, tritt heute ihr Amt als Hohe Vertreterin für die EU-Außen- und Sicherheitspolitik an.
Ashton ersetzt Javier Solana, der in den vergangenen zehn Jahren als Hoher Repräsentant die Außenpolitik der EU-Staaten koordiniert hatte. Als EU-Außenkommissarin tritt Benita Ferrero-Waldner voraussichtlich Ende Jänner ab.
Rompuy erst mit 1. Jänner im Amt
Der neue EU-Ratspräsident, der Belgier Herman van Rompuy, der zweieinhalb Jahre lang die Gipfel leiten wird und die EU nach außen vertreten soll, wird seinen Job einer internen Vereinbarung zufolge erst mit 1. Jänner 2010 beginnen.
Mit dem Lissabon-Vertrag hat die EU die wichtigsten Bestimmungen der EU-Verfassung gerettet, die nach Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden 2005 gescheitert war. Zwar lehnte Irland drei Jahre später auch den Lissabon-Vertrag in einem Referendum ab. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise sagten die Iren aber dann im zweiten Anlauf Ja zu dem Reformwerk.