Der Ausstieg aus der Atomenergie kann nach Ansicht des neuen deutschen Umweltministers Norbert Röttgen (CDU) nicht rückgängig gemacht werden.
Kernenergie könne auf Dauer nur genutzt werden, wenn eine Mehrheit der Menschen sie akzeptiere, sagte Röttgen der "Bild"-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). Das sei seit Jahrzehnten nicht der Fall, und daran werde sich nach seiner Einschätzung auch nichts mehr ändern.
Es sei zudem zweifelhaft, ob eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken Strom billiger machen werde. Sollten die Laufzeiten verlängert werden, dann müsse das auch geschehen, um einen "wesentlichen Teil der Sondergewinne in erneuerbare Energiequellen zu investieren", sagte der CDU-Politiker.
Röttgen warnte zudem mit drastischen Worten vor einem Scheitern des Weltklimagipfels Anfang Dezember in Kopenhagen. Es müsse alles getan werden, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. "Wenn uns das nicht gelingt, wird früher oder später für Hunderte von Millionen Menschen Wasser und Weideland fehlen. Dann wird es riesige Flüchtlingsströme geben, die über die Welt fliehen, um zu überleben."