Im Streit über das Atomprogramm des Iran haben die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats und Deutschland eine Resolution vorbereitet, die das Land wegen der Verheimlichung seiner zweiten Urananreicherungsanlage verurteilen soll.
Der Resolutionsentwurf der Sechsergruppe solle dem Gouverneursrat der UNO-Atomenergiebehörde (IAEA) zur Abstimmung vorgelegt werden, der ab morgen zu einem zweitägigen Treffen zusammenkommt, sagte ein westlicher Diplomat gestern der Nachrichtenagentur AFP.
Ein anderer Diplomat sagte, solle der Entwurf bei Verhandlungen vor dem Treffen keine Mehrheit bei den 35 IAEA-Gouverneuren finden, könne der Text auch lediglich als Erklärung der Sechsergruppe veröffentlicht werden.
Letzte Resolution aus 2006
Die bisher letzte von der IAEA verabschiedete Resolution bezüglich des Iran stammt vom Februar 2006. Die späte Offenlegung der Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom im September stieß aber auch bei China und Russland auf heftige Kritik. Beide Staaten waren bisher zurückhaltend, sich den Forderungen der westlichen Staaten nach härteren Sanktionen gegen den Iran anzuschließen.
Der Westen, insbesondere die USA, beschuldigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies.