Im Poker um den Schokoladenhersteller Cadbury plant der US-Süßwarenriese Hershey laut heutigen Medienberichten, mit einem Gegenangebot den US-Lebensmittelgiganten Kraft Foods auszustechen. Demnach erwägt Hershey, sich den britischen Marktführer sogar alleine einzuverleiben.
Zuletzt war spekuliert worden, dass Hershey mit dem italienische Ferrero-Konzern ein gemeinsames Angebot vorlegen könnte. Laut Informationen des "Wall Street Journal" und britischer Medien treibt die Stiftung, die Hershey kontrolliert, ein 17 Milliarden Dollar (11,4 Mrd. Euro) schweres Gegenoffert für Cadbury voran.
Mit dem Angebot, das etwas über dem Kraft-Angebot läge, soll den Aktionären ein größerer Bargeldanteil geboten werden.
Druck auf Kraft Foods erhöht sich
Kraft Foods, der weltweit zweitgrößte Lebensmittelkonzern und Hersteller von Milka-Schokolade und Philadelphia-Frischkäse, war zunächst im September bei der Cadbury-Konzernspitze mit einem Übernahmeangebot abgeblitzt und anschließend mit einem Offert aus Aktien und Bargeld im Volumen von 9,8 Milliarden Pfund (elf Mrd. Euro) direkt an die Aktionäre herangetreten.
Damit erhöht sich der Druck auf Kraft, tiefer als geplant in die Tasche zu greifen und seine ursprüngliches Offert den Cadbury-Aktionären noch zu versüßen. Hershey hat schon Geschäftsverbindungen zu Cadbury und stellt in Lizenz Dairy-Schokolade und Cadbury-Cremeeier her.