Die deutsche Regierung will Prozessbeobachter zum bevorstehenden Verfahren gegen Chalid Scheich Mohammed und vier weitere mutmaßliche Verschwörer der Anschläge vom 11. September 2001 in New York schicken.
Damit solle sichergestellt werden, dass mögliche Todesurteile "nicht auf deutschen Beweismitteln" beruhten, berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Nur unter dieser Voraussetzung habe die deutsche Regierung den USA im Rahmen der Rechtshilfe umfangreiche Ermittlungsergebnisse zur Verfügung gestellt.
"Wir werden auch in diesem Fall sehr genau darauf achten, dass die gegebenen Zusicherungen eingehalten werden", sagt Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Das wolle ihr Haus zusammen mit dem Auswärtigen Amt unter anderem durch die Entsendung der Beobachter sicherstellen.
Obama: Todesstrafe wäre keine "Schande"
Dem selbst erklärten Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 und seinen vier mutmaßlichen Komplizen soll vor einem Zivilgericht in New York der Prozess gemacht werden. US-Justizminister Eric Holder strebt dabei die Todesstrafe an. US-Präsident Barack Obama hatte kürzlich ebenfalls erklärt, es wäre "keine Schande", wenn der Angeklagte die Todesstrafe erhielte.
Bisher stand Mohammed vor einem Militärtribunal in Guantanamo. Dort hatte er sich bereits für schuldig erklärt und die Todesstrafe für sich verlangt - er wolle als "Märtyrer" sterben.