Die Europäische Zentralbank (EZB) tritt bei der Versorgung der Banken mit frischem Geld auf die Bremse. Der EZB-Rat entschied gestern, strengere Anforderungen an einige Sicherheiten zu stellen, die die Banken für den Erhalt von frischem Notenbankgeld hinterlegen müssen.
Exit-Beginn bedeutet noch nicht Zinserhöhung
Wenn die EZB einige ihrer Krisenhilfen zurücknehme, bedeute das noch nicht, dass sie eine Zinserhöhung vorbereite, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi gestern in einer Rede in Paris, die auf der Website der Notenbank veröffentlicht wurde. In der Euro-Zone werde eine Zinserhöhung nach den Worten des Topnotenbankers auf sich warten lassen.
Stufenplan der EZB
Betroffen sind zunächst forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS), die vom 1. März kommenden Jahres an emittiert werden, hieß es in einer Mitteilung. Diese müssen künftig von zwei statt nur einer Ratingagentur ausreichend gut bewertet worden sein, damit die EZB sie als Sicherheit akzeptiert.
Ein Jahr später wird diese Regelung für alle ABS-Papiere gelten. Bei ABS-Papieren werden Forderungen - etwa von Unternehmen gegenüber ihren Kunden - gebündelt, als Wertpapiere verbrieft und auf dem Markt verkauft.
Markt brach in Krise völlig zusammen
Der Markt für strukturierte Wertpapiere wie ABS war im Zuge der Finanzkrise komplett zusammengebrochen. Die EZB erklärte nun, sie wolle mit ihrer Entscheidung sicherstellen, dass die von den Banken hinterlegten Sicherheiten hohen Qualitätsanforderungen entsprächen. Ziel sei es zudem, "zur Wiederherstellung eines reibungslos funktionierenden ABS-Markts beizutragen".