Serbien will bis Jahresende einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft stellen. Die Grundlagen seien gelegt, sagte Serbiens Außenminister Vuk Jeremic gestern in Brüssel nach einem Gespräch mit EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn. Belgrad habe in den vergangenen zwölf Monaten gute Fortschritte bei den Reformen gemacht, fügte Rehn hinzu.
Bereits in ihrem jüngsten Fortschrittsbericht hatte die Kommission Serbien eine bessere Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien bescheinigt. Dass der ehemalige Kommandeur der bosnisch-serbischen Streitkräfte, Ratko Mladic, weiter auf der Flucht ist, wird jedoch als eines der größten Hindernisse auf dem Weg Serbiens in die EU gesehen.
Der Gerichtshof verlangt Mladics Auslieferung. Der 67-Jährige ist auch 14 Jahre nach dem Ende des Bosnienkrieges noch flüchtig. Derzeit sind Kroatien, die Türkei und Mazedonien EU-Beitrittskandidaten, die potenziellen Kandidaten sind neben Serbien Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Island.