Die Diskussion über den EU-Kommissar dürfte in der Koalition für nachhaltige Missstimmung gesorgt haben: Heute haben einander SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter und ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger via Aussendungen ein Geplänkel geliefert.
Kaltenegger warf der SPÖ reine Parteipolitik vor, Kräuter verteidigte Kanzler und SPÖ-Vorsitzenden Werner Faymann. Dieser habe zuletzt "wichtige gesellschaftspolitische Weichenstellungen vorgenommen", so Kräuter.
"Menschen wollen Arbeit für Österreich"
Die ÖVP ortet beim Koalitionspartner Streitlust: "Die Menschen wollen Arbeit für Österreich. Es muss endlich Schluss sein mit Sticheleien und Streitversuchen", so Kaltenegger.
Faymann solle "endlich wieder mehr Kanzler und weniger SPÖ-Chef" sein. Eine Blockade beim Thema Transferkonto sei jedenfalls keine Lösung: "Die SPÖ raubt der Bevölkerung die Möglichkeit auf mehr Transparenz."
SPÖ weiter gegen Transferkonto
Kräuter verteidigte seinen Parteichef: Faymann habe in den vergangenen Wochen "ohne große selbstgefällige Inszenierung eine ganze Reihe von politischen Weichenstellungen vorgenommen".
Einmal mehr lehnte die SPÖ ein Transferkonto ab: "Die Sozialdemokratie wird nicht zulassen, dass durch dieses durchschaubare Manöver beispielsweise Aktiengewinne und Stiftungsvermögen völlig aus der Verteilungsdiskussion herausgenommen werden."
Pröll "bedauert" Situation
ÖVP-Obmann Josef Pröll räumte in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" ein, bis zuletzt für Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) als EU-Kommissar "gekämpft" zu haben. Noch sei es nicht so weit, dass die Diskussion zu "Verstimmungen" mit Faymann geführt hätte. "Aber es ist eine Situation gewesen, die ich bedaure und aus der man lernen sollte", so der Vizekanzler.