EZB: Signale für Kreditklemme nehmen zu

Die Kreditvergabe der Banken in den 16 Euro-Ländern ist im September erstmals seit Einführung der Statistik 1992 gesunken.

Die Anzeichen für eine Kreditklemme infolge der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise nehmen demnach zu. Die Summe der an Firmen und private Haushalte ausgereichten Darlehen fiel um 0,3 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) heute mitteilte. Im August hatte sie noch plus 0,1 Prozent betragen. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet.

Auch das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 verlangsamte sich weiter. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen von bis zu zwei Jahren Laufzeit.

Das Plus lag nur noch bei 1,8 Prozent nach 2,6 Prozent im August. Analysten hatten ein Plus von 2,2 Prozent erwartet. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Juli bis September) wuchs M3 mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent.