EU-Kommissar: Wollte Faymann ursprünglich doch Molterer?

Die amtierende österreichische EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) war angeblich nicht immer Favoritin von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) für die künftige Besetzung dieses Postens.

Auf einer Liste an Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso seien ursprünglich Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (beide ÖVP) gestanden, bestätigte Faymanns Sprecherin Angelika Feigl gegenüber dem "Standard" (Freitag-Ausgabe).

Faymann dementiert
Faymann selbst bestritt das allerdings gestern gegenüber Journalisten am Rande der Plenarsitzung des Nationalrats. Es sei während der vergangenen Wochen über viele Personen gesprochen worden, eine Liste mit Molterer und Hahn habe es aber nicht gegeben.

Es werde auch keinen Fünfer-, Vierer- oder Dreiervorschlag geben, sondern einen gemeinsamen Vorschlag der Bundesregierung, so Faymann. Unterstützt wird von ihm unverändert die bisherige Kommissarin Ferrero-Waldner. Das gelte umso mehr, als auch Barroso klargemacht habe, in seiner Kommission Frauen besonders berücksichtigen zu wollen.

"Kein Personalvorschlag"
Am Abend reagierte auch Feigl in einer Aussendung noch einmal auf den kolportierten Personalvorschlag an Barroso: Es könne kein Vorschlag über eine Ernennung des österreichischen Kommissars ohne einen Beschluss der Bundesregierung und des Hauptausschusses des Nationalrats getätigt werden, so Feigl.

Barroso habe mehrmals festgestellt, dass nur ein Name von jedem Mitgliedsstaat als Vorschlag zulässig sei. Darüber hinaus gebe es von ihm keinerlei Zusage bezüglich eines Ressorts.