Slowenien und Kroatien: Annäherung im Grenzstreit

Slowenien und Kroatien sind einer Lösung in ihrem Grenzstreit über den Adria-Zugang offenbar näher gekommen. Der schwedische Außenminister und EU-Ratspräsident Carl Bildt sagte nach einem Treffen mit den Außenministern Sloweniens und Kroatiens, Samuel Zbogar und Gordon Jandrokovic, heute in Brüssel: "Es gab Fortschritte, um eine Einigung zu erzielen." Die Verhandlungen würden planmäßig weitergehen.

Jandrokovic sagte, man habe sich darauf verständigt, der Öffentlichkeit keine Details zu nennen. Er sei sich aber "sicher", dass es schon "bald gute Nachrichten" für Kroatien und Slowenien geben werde.

"Wir sind übereingekommen, dass eine weitere technische Sitzung notwendig ist, bevor die Sache abgeschlossen und hoffentlich unterzeichnet wird", sagte Zbogar. Bildt betonte, das von beiden Ländern im Grundsatz vereinbarte Schiedsverfahren zur Klärung der Grenzfrage sei eine bilaterale Angelegenheit zwischen den beiden Staaten. Die EU werde nur Unterstützung geben.

"Wesentlicher Fortschritt"
Vor dem Treffen zum Grenzstreit hatte Kroatien bei einer EU-Beitrittskonferenz in Brüssel die fast zehn Monate lang blockierten Beitrittsverhandlungen wieder aufgenommen.

Mit sechs zusätzlich eröffneten und fünf weiteren abgeschlossenen Verhandlungskapiteln habe Kroatien "einen wesentlichen Fortschritt erzielt", sagte Bildt. Er kündigte an, dass unter schwedischem EU-Ratsvorsitz die verbleibenden sieben Kapitel in diesem Halbjahr noch eröffnet werden sollten. Wie viele abgeschlossen würden, hänge von den Fortschritten Kroatiens ab.

Damit hat Kroatien 28 von insgesamt 35 Verhandlungskapiteln eröffnet, zwölf davon werden als abgeschlossen betrachtet. Zagreb hofft auf einen Abschluss der Beitrittsverhandlungen bis Mitte 2010, wie Jandrokovic bekräftigte.