Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Banken des Euro-Raums zum zweiten Mal in diesem Jahr mit gigantischen Summen unter die Arme gegriffen. Mehr als 75 Milliarden Euro frisches Geld wurden heute zu dem historisch niedrigen Zinssatz von einem Prozent zugeteilt, wie die EZB berichtete. Das Geschäft hat eine Laufzeit von einem Jahr. Das Interesse der Banken war jedoch deutlich geringer als bei der ersten Aktion im Juni.
Mit dieser Maßnahme will die Notenbank den Banken ausreichend Kapital bereitstellen, um die Kreditversorgung zu sichern und eine Kreditklemme in den 16 Euro-Ländern zu vermeiden. Wegen der Finanzkrise klagen viele Unternehmen darüber, dass die Banken ihnen nicht ausreichend Darlehen geben.
Nachfrage der Banken knapp halbiert
Seit Beginn der Krise setzt die EZB auf niedrige Zinsen und eine üppige Geldversorgung, um die Wirtschaft anzukurbeln. Allerdings droht bei einer Überversorgung eine steigende Inflation, was die Konjunktur wieder scharf bremsen könnte.
Heute fragten knapp 600 Geschäftsbanken neues Geld nach, das waren nur noch knapp halb so viele Institute wie im Juni. Zudem fiel die Summe deutlich niedriger aus: Im Juni hatten die Banken den Rekordwert von 442 Milliarden Euro abgerufen. Der Euro stieg nach der Aktion auf ein neues Tageshoch von 1,4673 Dollar.