Trichet: EZB-Liquiditätsspritzen führen nicht zu Inflation

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat erneut Befürchtungen zurückgewiesen, die massiven Liquiditätsspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB)im Kampf gegen die Krise führten zu einer höheren Inflation. "Das ist unbegründet", sagte der EZB-Chef heute vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel.

Obwohl die EZB die Liquidität im Finanzsystem wegen der Finanzkrise ausgeweitet habe, weite sich die Geldmenge nicht übermäßig aus, begründete Trichet seine Ansicht. Offenbar bleibe die Zentralbankliquidität bisher zum großen Teil im Bankensystem und führe nicht zu einem Anstieg der Verbraucherpreise.

Trichet verspricht rasches Handeln
Trichet erklärte vor den Parlamentariern in Brüssel erneut, die EZB werde umgehend ihre Politik des billigen Geldes beenden und die Liquidität aus dem Finanzsystem wieder abziehen, wenn sie Anlass dazu habe.

Die EZB bleibe der Preisstabilität verpflichtet und verfüge über ein ausreichendes Instrumentarium, um zu verhindern, dass das viele im Umlauf befindliche Geld zu einer Gefahr werde, sagte der Notenbankchef. Es sei klar, dass die "massiven Interventionen" auf dem Geldmarkt "nicht für immer fortgesetzt werden könnten". "Aber jetzt ist die Zeit für einen Ausstieg noch nicht gekommen", bekräftigte Trichet.

Kommende Woche neue Zinsentscheidung
Der EZB-Rat entscheidet in der kommenden Woche regulär über die Geldpolitik in der Euro-Zone. Analysten erwarten, dass die Notenbanker den Leitzins bei einem Prozent belassen und damit ihren expansiven Kurs im Kampf gegen die Wirtschaftskrise nicht verlassen.