EU-Agrarkommissarin Fischer Boel nimmt den Hut

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel wird der nächsten EU-Kommission nicht mehr angehören. Wie die Dänin gestern im schwedischen Växjö mitteilte, habe sie schon vor langer Zeit beschlossen, nicht mehr für die nächste Amtszeit der Brüsseler Behörde zu kandidieren, die wohl um die Jahreswende beginnen wird.

"Ich habe fünf Jahre lang sehr hart gearbeitet, die nächsten Jahre würde ich nicht das leisten können, was nötig ist", sagte die 66-Jährige. "Ich bin nicht glücklich, es war nicht leicht, aber es war die richtige Entscheidung." Über mögliche Nachfolger wollte sie nichts sagen.

Alles, nur nicht Stricken
Der Agrarhaushalt ist mit etwa 55 Milliarden Euro der größte Posten im Gemeinschaftsbudget der EU, das Kommissarsamt damit eines der wichtigsten. Frankreich und Rumänien setzen sich für den früheren rumänischen Landwirtschaftsminister Dacian Ciolos als Agrarkommissar ein. Auch der Name von Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) wird genannt.

Fischer Boel betonte, die aktuellen Auseinandersetzungen mit den Milchbauern hätten nichts mit ihrer Entscheidung zu tun. "Wenn ich zehn Jahre jünger wäre, wären sie mich nicht losgeworden." Fischer Boel besitzt einen Bauernhof. Sie hat drei Töchter. Die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft ließ sie offen, betonte aber: "Ich bin sehr schlecht im Stricken."