In der Europäischen Union wächst die Zuversicht, dass Slowenien und Kroatien ihren monatelangen Grenzstreit um den Adria-Zugang bald lösen werden. "Ich bin ermutigt von dem neuen Ton zwischen Slowenien und Kroatien", sagte der schwedische Außenminister und EU-Ratspräsident Carl Bildt gestern nach Beratungen mit seinen EU-Kollegen in Stockholm.
EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn betonte, er glaube an eine Lösung des Streits noch im Herbst. Eine Lösung rücke näher, es liege aber an beiden Seiten, selbst zu entscheiden. Es bestehe offenbar der politische Wille, "die letzten Zentimeter" noch zurückzulegen.
EU-Verhandlungen noch im September?
Für Kroatien wäre es dann möglich, die EU-Beitrittsverhandlungen im Lauf des ersten Halbjahrs 2010 auf technischer Ebene abzuschließen, bestätigte Rehn frühere entsprechende Aussagen vor dem EU-Parlament. Kroatien habe gute Fortschritte bei der von der EU geforderten Reform des Justizsystems und bei der Privatisierung seiner Schiffswerften gemacht.
Bildt gab keine Einschätzung ab, ob eine Wiederaufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien noch im September möglich sei. Wegen des Grenzstreits blockiert Slowenien mehrere Verhandlungskapitel mit Kroatien.