In den Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien, der die kroatische Annäherung an die Europäische Union blockiert, ist Bewegung gekommen: Bei einem Treffen der Außenminister beider Länder, Samuel Zbogar und Davor Jandrokovic, im slowenischen Kurort Bled wurden nach Angaben beider Seiten gestern Fortschritte erzielt. Diese könnten "in geraumer Zeit" zu einer Aufhebung der slowenischen Blockade der kroatischen EU-Beitrittsverhandlungen führen, sagten die Minister.
"Noch viel zu tun"
Man habe die "große und ernste" Zusammenarbeit zwischen Ljubljana und Zagreb in den vergangenen Monaten erörtert, hieß es. Für beide Seiten gebe es aber noch viel zu tun, sagte Zbogar. "Wir wollen uns zunächst einigen und erst dann die Öffentlichkeit darüber informieren." An dem Treffen nahm auch der slowenische Ministerpräsident Borut Pahor teil.
Politische Beobachter in Ljubljana erwarten, dass sich Slowenien und Kroatien in ihrem seit 1991 andauernden Grenzstreit dem EU-Druck beugen und in den kommenden Monaten eine Einigung über die gemeinsame Verwaltung der strittigen nördlichen Adria-Bucht von Piran erzielen.