Polen gedachte des Warschauer Aufstandes von 1944

65 Jahre nach dem Warschauer Aufstand ist in Polen der Helden und Opfer der zweimonatigen Erhebung gegen die deutsche Besatzungsmacht gedacht worden. Nach der feierlichen Wachablösung defilierten am Nachmittag mehrere hundert Veteranen am Grabmal des unbekannten Soldaten in Warschau vorbei. Beim Warschauer Aufstand gegen die Deutsche Wehrmacht waren 1944 Zehntausende Menschen, darunter viele Zivilisten, ums Leben gekommen.

An der Veranstaltung an der zentralen polnischen Gedenkstätte nahm auch Polens Ministerpräsident Donald Tusk teil. Präsident Lech Kaczynski bezeichnete den Gedenktag als ein "Fest des Heldenmuts". Trotz der Niederlage könnten die Polen auf dieses Ereignis stolz sein. Es sei eine Auseinandersetzung um Polens Freiheit gewesen, betonte Kaczynski, dessen Vater an den Kämpfen teilgenommen hatte.

Rote Armee war im Anmarsch
Die nationalpolnische Untergrundarmee Armia Krajowa (AK) hatte 1944 zum Aufstand aufgerufen, um Warschau noch vor dem erwarteten Einmarsch der Roten Armee von den deutschen Truppen zu befreien. Die sowjetischen Einheiten hatten zwar bereits Ende Juli die östlichen Stadtteile erreicht, ihren Vormarsch jedoch nicht fortgesetzt.

Der ursprünglich nur für einige Tage geplante Aufstand dauerte 63 Tage. 18.000 Aufständische und 17.000 deutsche Soldaten wurden getötet oder gelten als verschollen, rund 180.000 Zivilisten kamen ums Leben. Nach der Kapitulation der Aufständischen am 2. Oktober vertrieben die Nationalsozialisten eine halbe Million Einwohner aus Warschau. Adolf Hitler ordnete aus Rache die totale Zerstörung der Stadt an.