EU-Minister uneins über Islands Beitrittswunsch

In der Diskussion über eine Aufnahme Islands in die Europäische Union zeichnen sich unter den EU-Mitgliedsstaaten Unstimmigkeiten ab.

Beim Treffen der EU-Außenminister heute in Brüssel plädierte Österreich für einen parallelen Aufnahmeprozess Islands mit Kroatien, das ebenfalls in die Staatengemeinschaft drängt. Finnland lehnte das entschieden ab.

Staaten des Westbalkan nicht vergessen
Island habe durch die Mitgliedschaft in der Europäischen Freihandelszone (EFTA) gute Voraussetzungen für den Beitritt, sagte Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) heute vor dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Man dürfe jedoch Island nicht alle Tore öffnen und die Staaten des Westbalkans benachteiligen. So sei Österreich auch dafür, dass Albanien weiter in Richtung EU gehe.

Keine "Schnellspur" für Island
Der schwedische Außenminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Carl Bildt betonte, es gebe - etwa bei der Fischereipolitik - noch "substanzielle Herausforderungen".

Die Atlantikinsel, die zur EFTA und dem Schengen-Raum gehört, habe auf dem Weg in die EU bereits eine weite Strecke zurückgelegt. "Es gibt keine Schnellspur für Island, aber der Weg ist kürzer."