In der kurdischen Autonomieregion im Nordirak sind heute 2,5 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen, einen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Als aussichtsreichster der fünf Präsidentschaftsbewerber gilt der 62-jährige Amtsinhaber Masud Barsani.
In den Provinzen Arbil, Suleimanija und Dohuk werden die 111 Abgeordneten des Regionalparlaments gewählt. Die beiden großen Parteien, Barsanis KDP (Demokratische Partei Kurdistans) und die PUK (Patriotische Union Kurdistans) des irakischen Staatspräsidenten Dschalal Talabani, treten mit einer gemeinsamen Liste an. Zehn Mandate sind für Minderheiten wie Turkmenen und Christen reserviert.
Barsani unterstreicht kurdische Dominanz
Barsani will hinsichtlich des kurdischen Anspruchs auf das ölreiche Vielvölkergebiet von Kirkuk keine Kompromisse eingehen. Ende Juni hatte das Regionalparlament einen entsprechenden Verfassungsentwurf für die kurdische Autonomieregion verabschiedet, der das Verhältnis der Kurden zu den Arabern und Turkmenen extrem belastet.
Der irakische Ministerpräsident Nuri el Maliki hat die wachsenden ethnischen Spannungen als Gefahr für das Land bezeichnet. Der Streit der Volksgruppen sei "eines der gefährlichsten Probleme, um das sich die irakische Regierung sorgt", sagte Maliki am Donnerstag in Washington.