Das isländische Parlament hat seine Marathondebatte über den EU-Beitritt auch gestern nicht wie geplant mit einer Abstimmung beendet.
Die für den späten Nachmittag (Ortszeit) vorgesehene Entscheidung könne erst heute durchgeführt werden, hieß es aus dem Parlament in Reykjavik. Das Parlamentsvotum wurde damit zum fünften Mal seit Beginn der Debatte vor knapp einer Woche verschoben.
Mehrheit fraglich
Offen blieb auch weiter, ob die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir eine Mehrheit für ein sofortiges Beitrittsgesuch hinter sich bringen kann.
Mehrere Abgeordnete aus dem Regierungslager wollen für einen Gegenvorschlag der Opposition stimmen, der eine gesonderte Volksabstimmung über die Frage vorsieht, ob die Mitgliedschaft beantragt werden soll. Als Hintergrund für das isländische Streben nach Aufnahme in die EU gilt die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise auf der Nordatlantik-Insel.