Die massive Kostenexplosion beim Bau des neuen Skylink-Terminals auf dem Flughafen Wien-Schwechat war dem zuständigen Vorstand offenbar schon seit Jahren bekannt. Während die Kosten- und Terminprobleme erst im August des Vorjahres öffentlich bekanntwurden, habe der dreiköpfige Vorstand der börsennotierten Flughafen Wien AG seit Ende 2006 im Detail über die Probleme Bescheid gewusst, berichtet das Magazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe.
Verweis auf Sitzungsprotokolle
Das Nachrichtenmagazin beruft sich dabei auf Dutzende Sitzungsprotokolle des eigens für den Skylink-Bau eingerichteten Lenkungsausschusses. Demnach musste der Aufsichtsrat das Projektbudget aufgrund von Planungs- und Koordinationsdefiziten schon im Jahresverlauf 2007 zweimal auf 425,4 Millionen beziehungsweise auf 512,6 Millionen Euro erhöhen. 2008 erfolgte eine weitere Aufstockung auf 657,3 Millionen Euro. Mittlerweile liegen die Schätzungen bei 830 Millionen Euro.
Das Flughafenmanagement bestritt laut "profil" mögliche Versäumnisse und verwies auf ein Rechtsgutachten, wonach es keine Verpflichtung gebe, Veränderungen in der langfristigen Investitionsplanung unmittelbar zu veröffentlichen.