EZB diskutierte Kauf von Wertpapieren um 125 Mrd. Euro

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat informierten Kreisen zufolge drastische Maßnahmen zur Senkung des langfristigen Zinsniveaus erwogen. Auf seiner Sitzung am 7. Mai habe der EZB-Rat über den Kauf von Unternehmensanleihen, forderungsbesicherten Wertpapieren und anderen Vermögen im Wert von insgesamt 125 Mrd. Euro diskutiert, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters heute. "Das war die Grundlage, auf der diskutiert wurde", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die EZB wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Der Rat einigte sich schließlich darauf, maximal 60 Mrd. Euro auszugeben - und zwar für den Kauf von Pfandbriefen. "Es wird nicht nachverhandelt", sagte die Person. "Es ist nicht geplant, das Paket aufzustocken."

Auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, ließ durchblicken, dass die EZB an ihrer Strategie festhalten werde. "Sollte es nicht erheblich schlimmer kommen, ist meines Erachtens das bisherige Maßnahmenpaket ausreichend." Nur bei einem "dysfunktionalen Bankensystem" müsse über neue Maßnahmen beraten werden. Das sei aber "nicht unser Hauptszenario".