Im Grenzstreit zwischen Kroatien und Slowenien hat das Parlament in Zagreb mit überwältigender Mehrheit für ein Kompromissangebot der EU gestimmt. Laut Angaben des Parlaments nahmen gestern 118 der 119 anwesenden Abgeordneten den Vermittlungsvorschlag von EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn an.
Damit kann Ministerpräsident Ivo Sanader das Dokument nun unterzeichnen. Der EU-Vorschlag sieht die Einrichtung eines Schiedsgerichts vor, das den Grenzverlauf gemäß dem Völkerrecht und dem Prinzip der Gleichbehandlung definieren soll. Dabei soll Slowenien ein Zugang zum Mittelmeer eingeräumt werden.
Slowenien begrüßte die Entscheidung des kroatischen Parlaments, pochte aber weiter auf Änderungen in dem Brüsseler Vorschlag. Beide Länder streiten seit ihrer Unabhängigkeit vom ehemaligen Jugoslawien im Jahr 1991 um ein kleinen Landstreifen und ein Seegebiet. Im vergangenen Dezember legte Slowenien, seit 2004 EU-Mitglied, wegen des Konflikts ein Veto bei den Beitrittsverhandlungen mit Kroatien ein.