EZB senkt Leitzins auf 1,0 Prozent

Im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen für die Euro-Zone auf ein neues historisches Tief gesenkt.

Die Währungshüter lockerten den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent, wie die EZB heute in Frankfurt am Main mitteilte. Geldanlageexperten rechnen nach dem neuen Zinsschritt mit einer weiteren Talfahrt der Zinsen für Tages- und Festgeld.

Um der Wirtschaft der Euro-Zone künftig weitere Impulse zu geben, erklärte EZB-Chef Jean-Claude Trichet neuerliche Zinssenkungen in den kommenden Monaten für grundsätzlich möglich. Das derzeitige Zinsniveau sei zwar "angemessen", jedoch könne der Leitzins nochmals sinken.

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Unbegrenzte Kredite für Banken
Trichet kündigte daneben weiter Schritte an, um der Bankenwirtschaft aus der Krise zu helfen. Demnach können sich Banken bei der EZB künftig für die Dauer von zwölf Monaten unbegrenzt Kredite besorgen. Bisher lag die maximale Laufzeit bei einem halben Jahr. Durch die erweiterte Laufzeit können die Banken bei der Finanzierung ihrer Geschäfte langfristiger planen.

60 Milliarden für sichere Wertpapiere
Zusätzlich will die EZB ein Programm zum Aufkauf als sicher geltender Wertpapiere auflegen. Das Programm solle ein Volumen von 60 Milliarden Euro haben, sagte Trichet. Dadurch bekämen die Banken mehr finanziellen Spielraum. Details dazu wolle die EZB nach der Sitzung des Zentralbankrates in vier Wochen nennen.

Der neuerliche Zinsschritt der EZB war die siebente Zinssenkung seit Oktober. Damals war der Leitzins bei 4,25 Prozent gelegen.