EZB-Zinssenkung: Weitere Entscheidungen im Mai

Die Europäische Zentralbank (EZB) will nächsten Monat entscheiden, ob sie im Kampf gegen die Rezession zu weiteren unorthodoxen geldpolitischen Maßnahmen greift. Das sei allerdings noch nicht ausgemachte Sache, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gestern nach dem Zinsentscheid der Währungshüter.

"Man wird sehen, wie wir entscheiden werden", fügte der EZB-Chef hinzu. Seit Ausbruch der Finanzkrise pumpen die EZB und andere Notenbanken Milliarden in die Märkte, um die Banken zu stützen und den Geldfluss aufrechtzuerhalten.

Spekulationen über weitere Maßnahmen
Bereits vor der Zinssitzung von gestern, bei der die Zentralbank den Schlüsselzins überraschend nur um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent senkte, war über weitere Maßnahmen der EZB jenseits des Leitzinses spekuliert worden.

So wurde vermutet, dass die EZB die Fristen für ihre Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken deutlich ausweiten könnte. Die EZB hatte die Laufzeiten ihrer Geldmarktgeschäfte bereits vor einigen Monaten verlängert. Ursprünglich hatte sie den Banken entweder für eine Woche oder drei Monate Zentralbankgeld zur Verfügung gestellt.

Eine weitere unorthodoxe Maßnahme könnte sein, dass die Notenbank den Unternehmen Anleihen oder Commercial Papers direkt abkauft. Damit wäre die Liquiditätsversorgung der Firmen auch bei einer Kreditklemme gesichert.