Wirbel um "Negerwitz" von Kärntner Landeshauptmann

Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) ist laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" kräftig ins Fettnäpfchen getreten. Er hat gestern bei der Pressekonferenz zur Volksmusiksendung "Wenn die Musi spielt" einen "Negerwitz" erzählt und damit heftige Reaktionen ausgelöst.

Sitzt eine "Negermama" im Zug ...
Der Vorfall soll sich bei der Begrüßung des farbigen Sängers Roberto Blanco abgespielt haben.

Plötzlich gab Dörfler vor Journalisten, Künstlern und laufenden Kameras unaufgefordert folgenden Witz zum Besten: Eine "Negermama" und eine weiße Mutter sitzen im Zug von Klagenfurt nach Wien und stillen ihre Babys. Das weiße Baby hört plötzlich auf zu trinken, "zeigt auf das Negerbaby und sagt: 'Mama, ich möchte auch Kakao.'"

Anschließend herrschte, so "profil", betretenes Schweigen, das der Landeshauptmann mit der Aussage quittierte: "Anscheinend habe ich den Witz schlecht erzählt, weil ihn niemand verstanden hat."

SPÖ: "Unappetitliche Geisteshaltung"
SPÖ-Chef Reinhart Rohr kritisierte Dörflers "einfältige und unappetitliche Geisteshaltung" und verlangte eine sofortige Entschuldigung.

"Bis zur Hüfte im Fettnapf"
Kärnten dürfte sich derzeit für seinen Landeshauptmann wohl genieren, sagte Kärntens Grünen-Chef Rolf Holub. "Ich glaube, dass der Herr Landeshauptmann sogar unabsichtlich rassistisch war. Irgendwie ist es typisch für ihn, er steht bis zu den Hüften im Fettnapf und bemerkt es nicht einmal", meinte Holub.

Dörfler: "Künstliche Aufregung"
Dörfler selbst wies die Kritik an als "künstliche Aufregung" zurück. Er habe den Witz "in einer lustigen Runde" erzählt, um eine Herabwürdigung sei es nicht gegangen. "Sollen wir jetzt in Kärnten auch das Kinderbuch 'Zehn kleine Negerlein' verbieten lassen?", meinte Dörfler gegenüber der APA.