Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich mit einem übertriebenen Lob für den künftigen US-Präsidenten Barack Obama erneut einen verbalen Fauxpas geleistet.
Den künftigen US-Präsidenten bezeichnete Berlusconi gestern laut italienischen Medienberichten bei einem Besuch in Moskau als "jung, schön und braun gebrannt". Gleichzeitig warnte der italienische Ministerpräsident Obama vor den überhöhten Erwartungen aus der ganzen Welt an ihn.
Er werde "fast als ein Messias" angesehen. "Es gibt viele Hoffnungen, die er nicht enttäuschen sollte", sagte Berlusconi.
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Heftige Kritik bei Opposition
Bei den Oppositionsparteien in Italien stieß Berlusconis Äußerung auf große Kritik. Der Regierungschef müsse sich "sofort" entschuldigen, sagte die Nummer zwei der linksbürgerlichen Demokratischen Partei, Dario Franceschini.
"Er vergisst, dass seine Aussagen das Image unserer Landes in der Welt infrage stellen." Berlusconis Aussage könne auch als Beleidigung verstanden werden. Niemals sei ein italienischer Regierungschef so tief gefallen, sagte Massimo Donadi von der Wertepartei.
Berlusconi weigerte sich, einen Rückzieher zu machen. "Die italienische Linke hat keinerlei Sinn für Humor. Wenn jemand nicht begreift, dass ich nur nett sein wollte, wenn die Dummköpfe ihre Kampagnen starten, sind wir am Ende. Gott rette uns vor den Dummköpfen", so Berlusconi nach Angaben italienischer Medien.
Nicht erster Ausrutscher
Berlusconi fiel auf dem diplomatischen Parkett schon mehrmals durch unkonventionelle Äußerungen auf. So deutete er 2005 an, der finnischen Präsidentin Tarja Halonen den Hof gemacht zu haben, damit sie Italien in der EU in einer bestimmten Frage unterstütze.
"Ich musste all meine Playboytricks nutzen, obwohl ich sie eine Zeit lang nicht mehr angewendet habe." Die finnische Regierung bestellte daraufhin den italienischen Botschafter ein und forderte eine Klarstellung.
In Erinnerung geblieben ist nicht zuletzt Berlusconis Antrittsrede als EU-Ratsvorsitzender im EU-Parlament im Jahr 2003. Damals bot er dem deutschen Abgeordneten Martin Schulz nach dessen Kritik an seiner Doppelrolle als Ministerpräsident und Medienunternehmer die Rolle des Kapo in einem Film über NS-Konzentrationslager an und provozierte damit einen handfesten Skandal.