Medwedew hofft auf bessere Beziehungen mit USA

Nach dem Sieg von Barack Obama bei der US-Präsidentenwahl hofft der russische Präsident Dmitri Medwedew auf bessere Beziehungen zwischen Washington und Moskau.

Er vertraue darauf, dass Obama "ein tragfähiges Fundament für das bilaterale Verhältnis aufbauen" könne, sagte Medwedew heute in Moskau laut der Agentur Interfax.

Der Kreml-Chef betonte, dass Russland trotz des heftigen Streits über den Georgien-Krieg im August grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der NATO und der EU bereit sei. Vonseiten Moskaus gebe es keine Hindernisse für Verhandlungen über ein neues EU-Russland-Partnerschaftsabkommen, sagte Medwedew.

Raketen in Kaliningrad
Am Tag von Obamas Wahlsieg kündigte Medwedew allerdings noch einen harten außenpolitischen Kurs an. In seiner ersten Rede zur Lage der Nation gab Medwedew zudem die geplante Stationierung von Kurzstreckenraketen in der Region Kaliningrad als Reaktion auf US-Pläne für eine Raketenabwehr in Mitteleuropa bekannt.

Putin 2009 wieder Präsident?
Unterdessen wird in russichen Medien über eine baldige Rückkehr von Wladimir Putin in den Kreml spekuliert. Der Vorschlag Medwedews zur Verlängerung seiner Amtszeit soll demnach die Weichen für die Rückkehr seines Vorgängers ins Amt des Staatschefs stellen.

Wie die Zeitung "Wedomosti" heute unter Berufung auf Kreml-Kreise berichtete, könnten nach der Verfassungsänderung schon 2009 Neuwahlen stattfinden.

Die Amtszeitverlängerung sei Teil eines umfassenden Plans, um wieder Platz für Putin zu machen. Putins Sprecher dementierte den Bericht. Es gebe im kommenden Jahr keine Wahlen, sagte Dimitri Peskow gegenüber der AFP. Er wollte jedoch nicht ausschließen, dass der derzeitige Ministerpräsident Putin zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Präsident kandidieren würde.