Zach geht als LIF-Chef, Schmidt kommt zurück

Fünf Tage vor der Nationalratswahl ist der liberale Bundessprecher Alexander Zach heute zurückgetreten und hat gleichzeitig auch seine Kandidatur zurückgelegt. Interimistisch wird Parteigründerin Heide Schmidt nun die Führung übernehmen.

Das habe das Präsidium der Liberalen auf Vorschlag Zachs beschlossen, teilten der scheidende Bundessprecher und die neue Parteichefin heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit.

Konsequenzen aus EADS-Verbindungen
Zach zog damit die Konsequenzen aus den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, mit seiner PR-Agentur für den Eurofighter-Hersteller EADS lobbyiert zu haben. Es handle sich dabei allerdings "keinesfalls um ein Schuldeingeständnis", betonte Zach. Die Liberalen würden damit aber zeigen, dass sie einen anderen politischen Stil als alle anderen pflegen.

Sein einziger Fehler sei es gewesen, dass er auf die Frage nach den Geschäftsbeziehungen seiner früheren Agentur euro:contact eine rechtliche Antwort gegeben und Nein gesagt habe, statt die politische Antwort Ja zu geben. Zach meinte damit, dass es eine indirekte Beziehung zu EADS über eine andere Firma gegeben hatte.

"Frage des Mutes"
Schmidt bezeichnete den Rücktritt nur knapp eine Woche vor dem Wahltag als "außergewöhnlichen Schritt", das sei aber eine "Frage des Mutes und der Glaubwürdigkeit". Die Begriffe Aufrichtigkeit, Offenheit und Fairness seien für die Liberalen nicht nur Slogans, sondern auch "Haltungen".