Autor Kehlmann lobt "Simpsons" als Weltliteratur

Für den österreichischen Autor Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt") ist die amerikanische TV-Comic-Serie "Die Simpsons" eines der "intelligentesten und vitalsten Kunstwerke" unserer Zeit, wie er in einem Beitrag für den "Spiegel" schreibt.

Den Drehbuchautoren der Serie sei es gelungen, aus wohl über hundert wiederkehrenden Mitspielern "runde, psychologisch reiche Charaktere zu machen, die man, ohne zu zögern, so manchen Figuren der Weltliteratur an die Seite stellen kann", so der 31-Jährige begeistert.

Disney + Tolstoi = Simpsons
"'Die Simpsons', das ist die Synthese von Disneyscher Buntheit und Tolstoischer Charakterzeichnung, von Voltaires Schärfe und der massenkompatiblen Präsenz von Pepsi, Starbucks und Burger King", so Kehlmann. Aus seiner Sicht haben die Macher den Zenit ihrer Kreativität allerdings schon überschritten.

Das sei enttäuschend, aber "nicht wirklich traurig". Spätestens nach dem Auslaufen werde die Serie "ihr Dasein als Klassiker" beginnen, so Kehlmann. "Vermutlich wird man dann erst, wenn man sämtliche Staffeln auf Silberscheiben ins Regal stellen kann, all die kleinen Details erkennen und würdigen können."