Verwässertes Charity-Großereignis

Der Wolkenbruch trieb die anwesende Prominenz schnell in die Flucht.
Auch eine im letzten Augenblick beschlossene Vorverlegung der Life-Ball-Eröffnung am Samstagabend hat nichts geholfen: Die Unwetterfront kam schneller als gedacht und sorgte für den Abbruch der Veranstaltung. Viele waren schon zuvor ins Trockene geflüchtet.

Es hätte eine prächtige Performance werden sollen. US-Schauspielerin Whoopi Goldberg entstieg gegen 21.30 Uhr einer riesigen Erdkugel - und just zu diesem Moment öffnete der Himmel seine Schleusen. Wenig später mussten die Veranstalter das Spektakel beenden.

Platz in Windeseile geräumt
Aus Sicherheitsgründen entschloss man sich schließlich zum Abbruch. Wie die Polizei bestätigte, wurde der Rathausplatz wegen Blitz- und Unwettergefahr geräumt. Die Besucher zogen rasch und diszipliniert ab. Es wurde sofort mit den Abbauarbeiten begonnen.

Auf Displays vor dem Rathaus wurde auf die Situation hingewiesen und aufgefordert, den Platz zu verlassen. Die Fashionshow, jährlich ein Fixpunkt der Eröffnung, fand nicht statt. Richtige Partystimmung war auch zuvor nicht aufgekommen - nicht nur wegen des Wetters.

Fanfaren, Beethoven und Wagner
Ballvater Gery Keszler unterstrich mit dem Eröffnungsprogramm demonstrativ seinen Wunsch, aus dem Event einen "edlen Sommerball" zu machen. Es gab Fanfaren, Kinderchöre, Beethoven- und Wagner-Darbietungen - und gerade bei den Promis edle Roben und Smokings statt schriller Outfits.

Auch viele Ballgäste erschienen in Anzügen und Ballkleidern. Die Kostüme zum heuer ausgegebenen Motto "Erde" waren zwar fantasievoll, jedoch erschienen die Gäste in Elfen-, Kobold- und sonstigen "erdigen" Monturen generell heuer gediegener.

Ohne Abendkleidung kein Zutritt
An zwei der heuer drei Veranstaltungsorte - neben dem Rathaus auch das Burgtheater mit dem Red Ribbon Cotillion und das Parlament mit der Gala der Aids-Hilfsorganisation amfAR - waren wilde Outfits explizit unerwünscht. Zutritt war nur in konservativer Abendkleidung erlaubt.

Die Veranstaltungen im Burgtheater und vor allem zuvor im Parlament waren auch sonst nichts für das "gemeine Volk". Schaulustige, die sich vor dem Parlament eingefunden hatten, zogen dort bald wieder ab, weil sie die streng abgeschirmten Promis nicht zu Gesicht bekamen.

Prominenz unter sich
Unter anderen hatten sich der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Ex-Tennisspieler Boris Becker, US-Schauspielerin Rebecca Romijn ("X-Men") und ihr Ehemann Jerry O'Connell sowie Edelstripperin Dita von Teese in den Dienst der guten Sache gestellt.

Daneben ließen sich zahlreiche Vertreter der heimischen Kultur und Politik beim Ball blicken. Das glamouröse Treiben bildet den Auftakt zur 18. Welt-Aidskonferenz mit erwarteten 25 000 Teilnehmern, die von Sonntag bis Freitag in Wien stattfindet.

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