Der legendäre "Wilhelm-Scream"

Vom 50er-Jahre-Western bis zu "Iron Man 2": Immer derselbe Schrei.
Legendär ist mittlerweile der "Wilhelm Scream", ein Schrei, der 1951 für den Film "Distant Drums" mit Gary Cooper in der Hauptrolle aufgenommen wurde - und seither in über 200 Filmen und Serienfolgen Verwendung fand.

In "Distant Drums" wird ein Mann von einem Alligator gebissen. Wer für die Aufnahme geschrien hat, ist nicht ganz sicher. Auf den Originalbändern hört man jedenfalls einen Mann schreien. Dann wird er dazu aufgefordert, es noch einmal zu versuchen. Er solle nicht "Au" sagen, sondern richtig schreien. Die letzte von vier Aufnahmen wurde schließlich genommen.

Der purpurne Menschenfresser
Der Schrei könnte von Sheb Wooley sein, der angeblich recht stolz darauf war, dass seine Schreie immer wieder in Filmen verwendet wurden. Er wird zumindest in den Unterlagen als einer der Mitarbeiter für den Sound genannt. Zu einiger Bekanntheit gelangte er als Sänger mit dem Lied "The Purple People Eater".

Wie Wilhelm zum Schrei kam
1953 verwendete Warner Brothers den Verzweiflungsschrei noch einmal, diesmal für den Western "The Charge at Feather River". Dort wurde eine Figur namens Wilhelm von einem Indianerpfeil ins Bein getroffen. Seither ist vom "Wilhelm-Scream" die Rede.

Von "Poltergeist" bis "Iron Man 2"
Schön langsam kam der "Running Joke" rund um Wilhelm ins Laufen, er wurde zum beliebten Insider-Schmäh einiger Regisseure und Toningenieure. Bill Varney etwa zeichnete für den Sound der meisten "Star Trek"- und "Indiana Jones"-Filme verantwortlich. Der "Wilhelm-Scream" fehlte nie.

Die Liste der Filme, in denen der Schrei vorkommt, ist lang. Mittlerweile sind auf der Website Hollywood Lost and Found des Toningenieurs und Filmhistorikers Steve Lee über 200 Filme angeführt, in denen er Verwendung fand. Dazu zählen "Poltergeist" (1982), "Batmans Rückkehr" (1992), "Lethal Weapon 4" (1998), "Madagascar" (2005), "Inglourious Basterds" (2009) und "Iron Man 2" (2010).

Wettbewerb unter Toningenieuren
Lee spricht in einem auf YouTube verlinkten Video von einer Art der Kommunikation zwischen Toningenieuren. Es sei auch ein Wettbewerb und ein Tribut an die Geschichte der eigenen Branche. Niemandem sei das zunächst aufgefallen - außer jenen, die extra darauf achteten.

Tobe Hooper, Regisseur von Klassikern wie "Texas Chainsaw Massacre" (1974) und "Poltergeist", erzählt im selben Video, dass auch er - wie Lee - in vielen seiner Filme den "Wilhelm-Scream" verwendet habe. Jetzt, wo jeder darüber Bescheid wisse, mache das aber nicht mehr annähernd so viel Spaß.

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