"Nach drei ganzen Tagen des Versuchs mit 'Top Kill' sind wir unfähig gewesen", das Ausströmen des Öls aus dem lecken Bohrloch vor der Südküste der USA zu stoppen, so Suttles bei einer Pressekonferenz. BP habe sich aus diesem Grund nun entschieden, "zur nächsten Option überzugehen".
Der Konzern hatte versucht, das Bohrloch vor der Südküste der USA mit Spezialschlamm sowie Gummiresten und Faserabfällen zu schließen und es dann mit Zement zu versiegeln. Die Arbeiten in 1.500 Meter Tiefe hatten am Mittwoch begonnen. Sie wurden zwischendurch stundenlang unterbrochen, um die Ergebnisse zu überprüfen.
Verfrühte Entwarnung
Verfrühte Entwarnung war am Donnerstag vom Chef der US-Küstenwache, Thad Allen, gekommen, der von einem weitgehend gestopften Bohrloch sprach. Von BP wurden aber bereits zu diesem Zeitpunkt die Erwartungen deutlich gedämpft, obwohl Suttles noch davon sprach, dass "alles nach Plan" laufe.
Grund des Scheiterns offen
Laut Suttles ist derzeit noch völlig offen, warum die "Top Kill"-Methode nicht funktionierte: "Wir wissen das nicht sicher."
Fest stehe nur, dass das ausfließende Öl nicht "nachhaltig" gestoppt werden konnte.
BP-Chef Tony Hayward hatte die Erfolgschancen der Methode auf 60 bis 70 Prozent geschätzt. Mary Landry von der US-Küstenwache sagte bei der Pressekonferenz, alle seien "sehr enttäuscht" über den Fehlschlag. Es werde weiter offensiv nach einer Lösung gesucht.
"Können nicht garantieren, dass es funktioniert"
BP wolle nun umgehend mit einer anderen Methode beginnen, um das ausströmende Öl zumindest auffangen zu können, kündigte Suttles an. Bei dem neuen Verfahren werde das bestehende Steigrohr zur Quelle am Meeresgrund abgesägt. Auf die Öffnung wird eine Kuppel gestülpt, die einen Großteil des ausströmenden Öls und Gases auffangen und durch eine Leitung zu einem Schiff an der Meeresoberfläche leiten soll. Das könne vier Tage dauern oder auch länger, sagte der BP-Manager. "Wir können nicht garantieren, dass es funktioniert."
Scheitert auch diese Methode, könnten bis August weiter täglich zwischen 1.600 und 3.400 Tonnen Rohöl ins Meer strömen. Schon jetzt ist es die größte Ölpest in der US-Geschichte. Mehr als 240 Kilometer Küste sind bereits verschmutzt.
Als weitere Alternative gilt das Bohren eines Entlastungsbohrlochs, wodurch der Druck auf das lecke Bohrloch verringert werden soll. Mit den Bohrungsarbeiten wurde zwar bereits begonnen, die Fertigstellung dürfte aber noch zwei Monate in Anspruch nehmen.
Folgenschwere Explosion
Auslöser der Ölkatastrophe war die Explosion der von BP betriebenen Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" am 20. April. Seither traten täglich Hunderttausende Liter Öl aus. Das Scheitern von "Top Kill" ist ein herber Rückschlag bei der Bewältigung der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA.
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