Gregorio Sanchez, der für die Partido de la Revolucion Democratica (PRD)
bei der Wahl zum Gouverneur des karibischen Küstenstaates Quintana Roo antreten wollte, wurde auf dem Flughafen von Cancun verhaftet, als er gerade aus Mexiko-Stadt zurückkehrte.
Wichtiges Wahljahr 2010
Mexiko, wo vor kurzem mit der Regionalwahl in Yucatan der Reigen von 15 wichtigen regionalen Urnengängen in diesem Jahr eröffnet wurde, wird seit Monaten von außergewöhnlich heftiger Gewalt im Drogenkrieg erschüttert. Dennoch wurde bisher noch nie ein Gouverneurskandidat wegen Drogendelikten verhaftet.
"Das hat uns alle überrascht, das hat es noch nie gegeben", sagte der amtierende Gouverneur von Quintana Roo, Felix Gonzalez Cantu. Ricardo Najera, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagte, die Verhaftung Sanchez' sei ein Zeichen im Kampf gegen den Drogenhandel.
Sanchez spricht von Intrigen
Auf der Website von Sanchez wurde hingegen ein Text online gestellt, in dem der Bürgermeister als Opfer politischer Intrigen dargestellt wird. Sanchez erklärt darin, er sei bedroht worden: "Tritt vom Wahlkampf zurück, oder wir bringen dich ins Gefängnis oder töten dich." Auf seiner Twitter-Seite rief Sanchez dazu auf, seine Kampagne weiter zu unterstützen und gegen seine Verhaftung zu protestieren.
Sanchez ist vor allem bei der ärmeren Bevölkerung der glitzernden Touristenmetropole beliebt, da er ihr im Wahlkampf mehr Geld und mehr staatliche Unterstützung zugesichert hat.
Drogenbosse als Wahlhelfer
Doch Beobachter befürchten, dass Mexikos Drogenkartelle nach den Regionalwahlen noch weit stärker als bisher das politische Geschehen des Landes beeinflussen könnten. Immer wieder wird bekannt, dass sie Kandidaten unterstützen, die das organisierte Verbrechen schützen und jene einschüchtern, die dagegen ankämpfen.
Bürgermeisterkandidat ermordet
Und der Konflikt zwischen Polizei und Drogenbossen wird immer erbitterter. In zwei Wohnungen in Cancun fanden Beamte die komplette Ausrüstung für eine Abhöranlage. Medien berichteten, dass sie dazu gedient habe, politische Gegner abzuhören.
Am 13. Mai wurde Jose Guajardo Valera, der Bürgermeisterkandidat der Stadt Valle Hermosa, von Drogengangs erschossen. Parteikollegen Valeras berichteten, dass auch er zuvor Drohungen erhalten habe, er werde sterben, wenn er nicht von seiner Kandidatur zurücktrete.
Polizeichef von Cancun verhaftet
Wie tief die kriminellen Organisationen bereits in die staatlichen Strukturen vorgedrungen waren, zeigte sich bereits 2009, als der Polizeichef von Cancun, Francisco Velasco, wegen Unterstützung einer bekannten Drogenbande verhaftet wurde.
Er wurde auch zur Ermordung des pensionierten Generals Maruo Enrique Tello befragt. Tello sollte die Stadtregierung in Sicherheitsfragen beraten. Sein mit Kugeln durchsiebter Körper wurde Anfang 2009 in seinem Auto gefunden.
Weißes Pulver am weißen Strand
Der Bundesstaat Quintana Roo ist berüchtigt für seine Drogenprobleme. Immer wieder werden an den berühmten weißen Stränden Bündel mit Kokain angeschwemmt, weil Schmuggler von hier aus mit kleinen Booten oder Flugzeugen ihre illegale Fracht in die USA bringen.
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