Nordkorea kündigte scharfe Maßnahmen bis hin zum Krieg an, sollte Südkorea Sanktionen verhängen.
Beweise "klar"
"Die Beweise legen ganz klar den Schluss nahe, dass der Torpedo von einem nordkoreanischen U-Boot abgefeuert wurde", heißt es in dem am Donnerstag vorgelegten Ermittlungsbericht. "Es gibt keine andere plausible Erklärung."
Südkoreanische Zeitungen hatten bereits am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise über einige Details des Untersuchungsberichts berichtet. Demnach sehen Teile des gefundenen Torpedopropellers einem nordkoreanischen Modell ähnlich, das vor sieben Jahren in den Besitz des Südens gelangte. Die Seriennummer des Torpedos sei zudem in einer Schriftart geschrieben, die typisch für Nordkorea ist.
Nordkorea hat Südkorea unterdessen mit dem Krieg gedroht. Sollte die Regierung in Seoul Sanktionen gegen den Norden verhängen, würden scharfe Maßnahmen bis hin zum Krieg ergriffen, erklärte das Nationale Verteidigungskomitee in einer im Rundfunk verlesenen und von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Stellungnahme.
USA: Akt der Aggression
Die USA warfen Nordkorea nach Veröffentlichung des Ermittlungsberichts einen Akt der Aggression vor, der eine Herausforderung an den internationalen Frieden und die Sicherheit darstelle. Er sei ein klarer Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen, sagte ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama.
Der Angriff sei ein weiteres Beispiel für das inakzeptable Verhalten Nordkoreas und seine Missachtung des Völkerrechts, erklärte das Weiße Haus.
Kriegslust "Zeichen der Schwäche"
Nordkorea müsse verstehen, "dass Kriegslust gegenüber seinen Nachbarn und die Herausforderung der internationalen Gemeinschaft Zeichen der Schwäche sind" und nur die eigene Isolation verschärfen. Den Untersuchungsbericht des Expertenteams nannte die US-Regierung eine "objektive und wissenschaftliche Bewertung der Beweise".
Offiziell in Kriegszustand
Nord- und Südkorea befinden sich nach dem Waffenstillstand von 1953 noch offiziell im Kriegszustand. Die Grenze zwischen beiden Staaten ist die am schwersten bewachte der Welt.
Ban "tief besorgt"
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich höchst beunruhigt über das Untersuchungsergebnis zum Untergang des Kriegsschiffs. Der Generalsekretär sei "tief besorgt", sagte ein UNO-Sprecher am Donnerstag in New York. "Die Fakten, die der Bericht darlegt, sind höchst verstörend", sagte Ban.
Der Generalsekretär, der selbst Südkoreaner ist, würdigte, dass die Regierung in Seoul bei der Untersuchung des Untergangs "maßvoll und geduldig, objektiv und wissenschaftlich" vorgegangen sei und auch ausländische Experten daran beteiligt habe.
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