Opposition will nicht aufgeben

"Wir können noch tagelang durchhalten", betonte die Opposition.
Der Kampf um Bangkok wird immer heftiger. Die thailändische Armee riegelte am Samstag das von den oppositionellen "Rothemden" besetzte Geschäftsviertel ab und erklärte es zur Sperrzone, in der nun auch offiziell scharf geschossen wird. Seit Donnerstag forderten die Unruhen rund 24 Tote, mehr als 170 Menschen wurden verletzt.

Die Armee kündigte am Samstag an, ihre Truppen in Bangkok noch weiter zu verstärken, um den Druck auf die Demonstranten zu vergrößern. Die tatsächliche Zahl der Truppen wollte das Militär "aus Sicherheitsgründen" aber nicht bekanntgeben. Laut Armeesprecher Sunsern Kaewkumnerd soll das besetzte Gebiet weiterhin geräumt werden. Einen Zeitplan nannte er allerdings nicht.

Unklare Fronten
Die Fronten sind völlig unklar. Immer wieder versuchen Gruppen von "Rothemden", die Soldaten zu umgehen. Die Truppen schießen dann, um eine Ausweitung der Proteste zu verhindern. Die Sicherheitskräfte sagen, unter den Demonstranten seien Militante, die eine blutige Konfrontation heraufbeschwören wollen. An den Straßensperren würden Soldaten mit Granaten und anderen Waffen beschossen.

Reisewarnung für Bangkok
Nach ersten Warnungen über ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bei Reisen nach Thailand, insbesondere in die Hauptstadt, gab das österreichische Außenministerium nun am Samstag offiziell auch eine "partielle Reisewarnung" für Bangkok heraus.

Damit reagiere man auf die Tatsache, dass die Sicherheitslage in Bangkok "zunehmend unübersichtlich" erscheine und das umkämpfte Gebiet offiziell zur "Free Fire Zone" erklärt worden sei, sagte Ministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal gegenüber der APA.

Der außerhalb der Innenstadt gelegene Flughafen von Bangkok - und damit alle Urlauber, die dort auf Flüge zu anderen Destinationen umsteigen - ist laut Launsky-Tieffenthal nicht von der Reisewarnung betroffen.

US-Botschaft lässt Angehörige ausfliegen
Das US-Außenministerium äußerte sich ebenfalls "tief beunruhigt" über die Situation. Die Konfliktparteien müssten einen Weg finden, ihre Differenzen friedlich beizulegen. Am Samstag bot die US-Botschaft in Bangkok zudem an, Familienangehörige ihrer Mitarbeiter auszufliegen. Zugleich wurde eine Reisewarnung für die Hauptstadt erteilt.

"Gewalt verhindern"
Angesichts der Eskalation zeigte sich auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon besorgt. Er forderte, dass sowohl Demonstranten als auch die thailändische Regierung alles in ihrer Macht Stehende tun müssten, um "weitere Gewalt und den Verlust von Menschenleben" zu verhindern.

Vorräte werden knapp
Durch die von den Sicherheitskräften veranlasste Absperrung des besetzten Geschäftsviertels würden Nahrung, Wasser und Benzin knapp, sagte einer der Anführer der Demonstranten, Kwanchai Praipana, am Samstag. Die Demonstranten denken aber nicht ans Aufgeben.

"Wir können noch tagelang durchhalten und vertrauen darauf, dass unsere Brüder und Schwestern uns von Zeit zu Zeit mit etwas versorgen werden", sagte Kwanchai. Bis die Regierung die Verantwortung für die gewalttätigen Zusammenstöße übernehme, "werden wir kämpfen", betonte er. "Wir wollen nur Demokratie", rief ein anderer Anführer der "Rothemden".

Die Zahl der Oppositionellen in dem Geschäftsviertel soll aber mittlerweile um rund die Hälfte abgenommen haben. Nach Angaben eines Regierungssprechers befanden sich noch rund 6.000 "Rothemden" in dem Viertel.

Ultimatum verstrichen
Die "Rothemden" hatten am Donnerstag ein Ultimatum von Regierungschef Abhisit Vejjajiva verstreichen lassen, der ein Ende der Blockade des Zentrums von Bangkok gefordert hatte. Daraufhin zog der Ministerpräsident sein Angebot zurück, im November vorgezogene Parlamentswahlen abhalten zu lassen.

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