Er hoffe, dass beim Parteitag im Herbst ein neuer Vorsitzender im Amt sei. Brown hatte im Juni 2007 das Amt des Premierministers und Labour-Chefs von seinem Vorgänger Tony Blair übernommen.
Weg frei für Koalitionsgespräche
Der 59-Jährige sagte, er wolle mit seinem Rückzug den Weg für Koalitionsgespräche zwischen seiner Labour-Partei und den Liberaldemokraten frei machen. Brown kündigte offizielle Gespräche der beiden Parteien über eine Regierungsbildung an.
Die Liberalen hatten vor der Wahl angekündigt, dass sie nicht mit Labour eine Koalition bilden wollten, falls Brown weiter an deren Spitze stehe.
Brown will schnelle Verhandlungen
Der Parteichef der Liberaldemokraten, Nick Clegg, habe ihm gegenüber den Wunsch geäußert, dass neben den weiterhin laufenden Verhandlungen mit den Konservativen nun auch formelle Gespräche mit Labour aufgenommen werden sollten, so Brown.
Er wolle alles daransetzen, die Verhandlungen zwischen Labour und Liberaldemokraten zu beschleunigen. Es sei im Interesse des ganzen Landes, eine "fortschrittliche Koalition" zu bilden. Oberste Priorität müsse ein gemeinsamer Plan zur Reduzierung des Haushaltsdefizits haben.
Clegg: Im nationalen Interesse
Clegg bezeichnete den von Brown angebotenen Rücktritt als Labour-Parteichef als "wichtig" für die Koalitionsgespräche. "Es muss eine schwierige Sache für ihn gewesen sein", sagte Clegg am Montagabend in London. "Aber ich glaube, er hat im nationalen Interesse gehandelt, und seine Ankündigung könnte ein wichtiges Element auf dem Weg zu einer stabilen Regierung sein", fügte er hinzu.
Laut einem Bericht der BBC hatten sich Clegg und Brown am Montag getroffen. Die beiden Parteien stehen sich programmatisch näher als die Torys und die Liberaldemokraten.
Wetten auf die Nachfolge
In den Wettbüros wurde der amtierende britische Außenminister David Miliband als Nachfolger für Brown gehandelt. Bei dem Buchmacher Paddy Power lag Miliband vor seinem jüngeren Bruder Ed Miliband, der derzeit Energieminister ist. In dem Wettbüro wurde an zweiter Stelle nach Miliband der derzeitige Finanzminister Alistair Darling als neuer Labour-Parteichef gehandelt. Auch auf Schulminister Ed Balls und Innenminister Alan Johnson wurde gesetzt.
"Letztes Angebot" der Torys
Die Torys schlugen am Montag den Liberaldemokraten vor, eine Regierung mit einer stabilen parlamentarischen Mehrheit zu bilden und ein Referendum über das Wahlsystem in Großbritannien abzuhalten. Das sei ein letztes Angebot, sagte der Unterhändler der Torys, George Osborne, am Montagabend. Es wäre völlig undemokratisch, ein neues Wahlsystem ohne Volksabstimmung einzuführen.
Die Gespräche verliefen "gut", hatte zuvor der Konservative William Hague am Montag in London gesagt, bevor die Gespräche zwischen den beiden Parteien in eine neue Runde gingen. Er sei "optimistisch", dass es schon bald weitere Fortschritte geben werde. Liberalen-Chef Clegg sagte, die Politiker arbeiteten "rund um die Uhr" daran, eine schnelle, aber beständige Einigung zu erzielen.
Clegg und Tory-Chef David Cameron hatten sich am Sonntag bereits zum zweiten Mal unter vier Augen getroffen, am Montag telefonierten sie erneut.
Suche nach Bündnis
Labour hatte bei der Wahl am Donnerstag stark verloren. Die Torys unter David Cameron waren stärkste Partei geworden, hatten jedoch keine absolute Mehrheit erhalten - ein äußerst seltener Fall im britischen Mehrheitswahlsystem. Daher hatten sie mit den Liberalen Verhandlungen über ein Bündnis aufgenommen.
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