Grenzwerte überschritten

Menschen in der Nähe des Vulkans wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.
In Island hat verstärkter Ascheniederschlag aus Eruptionen des Gletschervulkans Eyjafjalla erstmals zur Schließung von Schulen geführt.

Wie isländische Medien am Freitagnachmittag berichteten, war davon die Region um die kleine Ortschaft Vik im äußersten Süden der Atlantikinsel betroffen. Die Bewohner der Gegend wurden vom Zivilschutz aufgefordert, sich vorerst nicht unnötig ins Freie zu begeben sowie Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Nur mit Atemmaske ins Freie
Im Freien, hieß es, sollten sich die Menschen durch Atemmasken schützen. Die Region liegt rund 40 Kilometer vom Krater des Gletschervulkans entfernt.

Warnung der Umweltbehörde
Die Umweltbehörde in der Hauptstadt Reykjavik hatte davor eine Überschreitung bestimmter Grenzwerte festgestellt und vor einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Giftstoffe in der Luft gewarnt.

Der Vulkan im Bereich des Eyjafjalla-Gletschers hatte in den vergangenen Tagen seinen Ascheausstoß wieder verstärkt.

Vulkan wieder aktiver
In der Nacht auf Freitag hatte die Aschewolke aus dem Vulkan erstmals seit Wochen wieder eine Höhe von mehr als zehn Kilometern erreicht. Im Flugverkehr in Irland und Großbritannien sowie bei Transatlantik-Flügen kommt es bereits seit einigen Tagen immer wieder zu Störungen.

In Irland wurden wegen der neuen Aschewolke mehrere Flughäfen stundenweise gesperrt. Betroffen war vor allem der Westen der Insel.

Wissenschaftler in Reykjavik gehen davon aus, dass der Vulkan bis auf weiteres tätig bleiben und immer wieder Asche ausstoßen wird.

Verspätungen im Flugverkehr erwartet
Die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol erwartete Verspätungen wegen möglicherweise notwendiger Umleitungen von Transatlantik-Verbindungen.

"Je nach Flugroute kann es daher zu Verspätungen kommen", sagte Eurocontrol-Sprecherin Kyla Evans am Freitag in Brüssel. Sie gehe im Moment nicht davon aus, dass Flüge gestrichen werden müssten. Die Situation sei jedoch kaum vorhersehbar.

Aschewolke steigt höher
Wegen der verstärkten Vulkantätigkeit auf Island erreicht die Asche auch immer höhere Sphären. In einigen Zonen werde sie auf mehr als 11.500 Meter Höhe steigen, teilte Eurocontrol mit. Im April hatte die Aschewolke mehrere Tage in großen Teilen Europas für die Einstellung des Flugverkehrs gesorgt und die Reisepläne von Millionen Menschen durchkreuzt.

Passagierzahlen drastisch gesunken
Viele hatten wegen der Behinderungen offensichtlich auch auf Flüge verzichtet. In Deutschland seien die Passagierzahlen im April im Jahresabstand um 17 Prozent gesunken, bestätigte der Flughafenverband ADV am Freitag. Auch das Luftfrachtvolumen ging kräftig zurück.

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