Höhere Preise in zwei Etappen

AUA und Lufthansa erhöhten bereits den Zuschlag.
Die Auswirkungen der isländischen Aschewolke, wegen der über Tage hinweg der Luftraum über Europa gesperrt war, und der steigende Ölpreis werden ihre Spuren auch in den Preisen für Flugtickets hinterlassen. Das prognostizierten am Dienstag Experten in der britischen Tageszeitung "Daily Mail".

Laut einer Studie des Centre for Economic and Business Research (CEBR) erfolgt die Erhöhung auf rund 11,5 Prozent in zwei Etappen. In der ersten Phase, die 2010 betrifft, könnten die Ticketpreise um rund 5,2 Prozent steigen. Die vollen 11,5 Prozent werden dann mit 2012 schlagend, so die Studie, die von dem E-Commerce-Portal Kelkoo in Auftrag gegeben wurde.

Aschewolke kostete bis zu 2,5 Mrd. Dollar
EU-Verkehrskommissar Siim Kallas bezifferte am Dienstag die Kosten der Aschewolke für den Flugverkehr auf 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Das beinhalte auch die Folgekosten. Der Internationale Luftfahrtverband (IATA) hatte zuvor die Kosten für die Fluggesellschaften auf mehr als 1,7 Milliarden Dollar (1,27 Mrd. Euro) beziffert.

Die Fluglinien hätten aber auch Einsparungen erzielt, teilte der Verband mit. So seien etwa die Treibstoffkosten um 110 Millionen Dollar pro Tag geringer ausgefallen, so die IATA letzte Woche.

Fluglinien müssen Schaden wieder einbringen
Die CEBR-Studie geht davon aus, dass bis zu zwei Drittel der Kosten der Flugausfälle von den Fluglinien selbst getragen werden müssen, und das hat schwerwiegende Folgen für ihre Profitabilität. Einige Airlines kündigten zwar bereits an, Schadenersatzklagen gegen Regierungen bzw. die EU zu prüfen. Der Ausgang ist allerdings ungewiss.

Der Passagier soll zahlen
Leichter ist es also, Teile der Kosten auf die Ticketpreise und somit auf den Konsumenten abzuwälzen, so die "Daily Mail".

"Viele Fluglinien hatten bereits vor der Krise zu kämpfen. Doch die Aschewolke in Kombination mit steigenden Ölpreisen wird einen unangenehmen Nebeneffekt für die Passagiere haben, da die Airlines gezwungen sind, die laufenden Kosten weiterzugeben", so Bruce Fair, Geschäftsführer von Kelkoo UK.

Treibstoffzuschlag wird erhöht
Auch der hohe Ölpreis macht den Fluglinien zu schaffen. Die zur deutschen Lufthansa gehörende Austrian Airlines (AUA) erhöht ihren Treibstoffzuschlag. Für alle ab 1. Mai in Wien gebuchten/verkauften Tickets fällt ein um fünf Euro höherer Zuschlag an, sagte eine AUA-Sprecherin am Montag zur APA - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Lufthansa: Nur Interkontinentalflüge
Die Lufthansa selbst kündigte die Erhöhung nur für Interkontinentalflüge an. Das größte Luftfahrtunternehmen Europas begründete den Schritt am Montag in Frankfurt mit deutlich gestiegenen Preisen für Kerosin auf dem Weltmarkt.

So werden die Tickets jeweils um fünf Euro pro Strecke teurer: In den Mittleren Osten und nach Ostafrika werden künftig 82 Euro fällig, nach Nordamerika und Indien 87 Euro und zu den übrigen Langstreckenzielen 97 Euro. Unverändert blieben mit 24 Euro pro Strecke die Zuschläge für Flüge innerhalb Deutschlands und Europas sowie nach Israel, in den Libanon, nach Jordanien und Nordafrika.

Letzte Erhöhung im Vorjahr
Die neuen Zuschläge gelten für alle Tickets, die ab Mittwoch verkauft werden. Sie sind in den von der Lufthansa beworbenen Endpreisen bereits enthalten. Zuletzt hatte die Lufthansa im Juni vergangenen Jahres die Kerosinzuschläge erhöht.

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